Die Schönheit der Nähe

Januar 20th, 2018

Es nutzt nichts, sein Glück in der Ferne zu suchen, wenn man es schon vor der Haustür nicht findet.

(Dadalus Uggla, 2014)

Drei Fragen

Januar 20th, 2018

Drei Fragen

(für E.A. Poe)

Der Geist materialisierte sich nur mühsam. Wabernd nahm er langsam die halbwegs manierliche Gestalt eines menschlichen Wesens an und ließ sich in einem meiner schweren Ledersessel nieder. Dann verlangte er sofort nach Whisky und Zigarren. Ein Connoisseur also.

Drei Fragen hätte ich frei, offenbarte mir der geheimnisvolle Gast, nachdem sich die Schwaden seines luftigen Leibes wohlig den Konturen des Sessels angepasst hatten.

Warum er ausgerechnet mich besuchte, entfuhr es meiner ungezügelten Neugierde natürlich sofort. Das sei keine Frage, die sich lohnen würde ernsthaft zu beantworten, entgegnete die Luftgestalt. Vielmehr sei es doch so, dass Geister alles dem Zufall überlassen und er so durch die Würfel des Schicksals an meine Person geraten sei. Ich sollte also noch einmal mit den Fragen beginnen.

So erkundigte ich mich nach kurzer Überlegung, weshalb es aber meiner Person überhaupt möglich war, ihn wahr zunehmen.

Diese Frage sei schon besser, lobte mich mein Gast. Nur wer im Leben schon Unglaubliches gesehen hatte, könnte auch an Unsichtbares glauben, klärte er mich auf.

Und ob es nun, wie es die Existenz meines Gastes nahe legte, tatsächlich ein Leben nach dem Tode geben würde, insistierte  ich weiter.

Das Schwierigste ist das Leben vor dem Tode, entgegnete der Geist verwundert. Schließlich sei die menschliche Lebensform die ja wohl komplizierteste Erfindung aller Zeiten. Dagegen sei das Leben nach Tod doch nur ein Kinderspiel.

Nach langem Nachdenken zielte meine letzte Frage nun auf den eigentlich Sinn des Lebens und wie man es schaffte, immer das Richtige zu tun.

Während der Geist sich langsam wieder in seine nichtsichtbaren atomaren Bestandteile auflöste, hatte er auch für meinen philosophischen Wissenshunger noch einen wichtigen Rat übrig:

Ob die Zukunftsplanung richtig sei ergäbe sich doch daraus, ob man guten Gewissens und ohne Reue auf seine Taten der Vergangenheit blicken könne. Wäre dies der Fall, würde es auch immerfort gelingen, die Gegenwart meisterlich zu beherrschen.

In den frühen Morgenstunden, fröstelnd in meinem Sessel erwachend, wusste ich zunächst nicht ob meine steifen Knochen nur von einem wunderlichen Traum heimgesucht worden waren. Das geleerte zweite Whiskyglas auf dem Beistelltisch und die Reste eines noch qualmenden Zigarrenstumpen im Aschenbecher deuteten jedoch darauf hin, dass es Dinge zwischen Himmel und Erde gibt, die wir erst noch lernen müssen zu begreifen.

© by Dadalus Uggla, 2012

(aus ‘Im Wendekreis des Jasagers’)

Kleines Opernquiz für Insider

Januar 20th, 2018

Heute: Die Drachenfrage
Starb Fafner durch Siegfrieds Schwert
oder weil er sich über den Hornisten totgelacht hat?
Ende

Im Land des Luxus


Januar 20th, 2018

Im Land des Luxus
Wohnen ist Luxus.
Heizen ist Luxus.
Strom ist Luxus.
Wasser ist Luxus.
Mobilität ist Luxus.
Ernährung ist Luxus.
Gesundheit ist Luxus.
Bildung ist Luxus.
Kultur ist Luxus.
Information ist Luxus.
Nur Arbeit ist weiterhin umsonst.

(Dadalus Uggla, 2014 / 2018)

Bingo!

Januar 19th, 2018

Ab einem bestimmten Punkt verselbstständigt sich der legislative Wahnsinn so sehr, dass er als Normalität wahrgenommen wird.

(Dadalus Uggla, 2013)

Friederike

Januar 19th, 2018

‘Man konnte ja nicht wissen, dass der Schnee so nass und schwer sein würde.’

(‘Wetterexperte’ im  öffentlich-rechtlichen TV)

Alte neue Wahrheit

Januar 15th, 2018

Zu sagen was ist, bleibt die revolutionärste Tat.

(Rosa Luxemburg, 1871 – 1919)

Kurzes Gespräch im Himmel

Januar 14th, 2018

Kurzes Gespräch im Himmel
Petrus: Die Hölle hat sich beschwert.
Gott: Worüber?
Petrus: Wir würden ihnen zu viele Leute schicken. Es wird zu eng da unten.
Gott: Na und? Deswegen heißt es ja auch Hölle und nicht Himmel.
Petrus: Sie fordern eine Barmherzigkeitsquote!
Gott: Wir können hier nicht jeden aufnehmen. Dafür gibt es Kriterien!
Petrus: Aber wir sollten vielleicht auch nicht immer nur die reinlassen, die dafür bezahlen.
Gott: Na, dann haben wir hier oben bald die Hölle.
Petrus: Ähm…
Ende

(Dadalus Uggla, 2018)

Die Schnecke

Januar 12th, 2018

Die Schnecke

Es hing die Schnecke an der roten Wand

Und dachte ganz gebannt,

Hält mich der Schleim nicht fest,

Gibt mir der Sturz den Rest!

Und die Moral von der Geschicht’:

Besteige rote Wände nicht!

(© by Dadalus Uggla, 2012)

Fraktalmusik III

Januar 12th, 2018


Das Instrument des Jahres

Januar 12th, 2018

Das Cello

Sie muss es immer wieder tun.

Ist sie alleine, macht sie es manchmal sogar nackt.

Dabei spreizt sie die Beine.

Das Ding zwischen ihren Schenkeln ist groß und hart.

Je nach Stimmung zieht sie andere Saiten auf.

Sie züchtigt es mit einem langen Stab.

Dann stöhnt und schreit das Ding zwischen ihren Beinen.

Wenn sie zärtlich zu ihm ist, singt es voller Schönheit.

Sie liebt es und sie hasst es.

Manchmal schämt sie sich sogar dafür.

Sie ist immer aufgeregt, wenn sie es vor Leuten machen muss.

Dann, wenn sie Cello spielt.

(“Das Cello”  by Dadalus Uggla, 2010)

Kurze Begriffserklärung

Januar 12th, 2018

Lobbyismus und Korruption erfüllen in der Durchführung denselben Straftatbestand, den man dann ganz euphemistisch Politik nennt.

(Dadalus Uggla, 2018)

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