Archive for Mai, 2012
Zum Nichtrauchertag
Donnerstag, Mai 31st, 2012Die Wohlfühlmedizin
Donnerstag, Mai 31st, 2012Beim Augenarzt
(Das Gespräch hat exakt so stattgefunden.
M=Mann, SSH=Sprechstundenhilfe)
Ein älterer Herr betritt die Praxis des Augenarztes.
M: Guten Tag ich möchte mein Rezept für die XXX-Tropfen holen.
SSH: Oh, die Tropfen gibt es nur noch auf Privatrezept. Die Krankenkasse hat die aus dem Katalog genommen. Das fällt jetzt unter Wohlfühlmedizin und die muss der Patient ab November selbst bezahlen.
M: Und was kosten die Tropfen jetzt?
SSH: Achtzig Euro pro Flasche.
M: Das kann ich nicht bezahlen, das Geld habe ich nicht! Aber ohne die Tropfen kann ich praktisch nicht sehen.
SSH: Können Sie nicht versuchen, sich das Geld irgendwo zu leihen?
M: Das nutzt doch nichts, nächsten Monat brauche ich die Tropfen doch wieder. Und die Frau Doktor hat gesagt, ohne die Tropfen kann ich über kurz oder lang ganz das Augenlicht verlieren!
SSH: Ich gebe Ihnen jetzt auf jeden Fall mal das Privatrezept mit und Sie sollten dann unbedingt mal mit Ihrer Krankenkasse sprechen. Mehr kann ich da im Moment leider nicht tun. Ansonsten müssen Sie versuchen, mal ein paar Monate ohne die Tropfen auszukommen. Manchmal ist es ja auch gut, wenn man nicht alles sieht!
Der ältere Herr verlässt verwirrt und wortlos die Praxis.
(© by Dadalus Uggla, 2010)
Der große Benjamin
Donnerstag, Mai 31st, 2012Zum 99. Geburtstag von Peter Frankenfeld († 1979)
Donnerstag, Mai 31st, 2012Polare Wettervorhersage
Dienstag, Mai 29th, 2012Ernüchternde Berufserkenntnis
Dienstag, Mai 29th, 2012Musik machen, kann jeder!
Zum 90. Geburtstag von Iannis Xenakis (†2001)
Dienstag, Mai 29th, 2012Der Blick in die Geschichte
Montag, Mai 28th, 2012Der Pfingstausflug
Samstag, Mai 26th, 2012Am Pfingsttag
Samstag, Mai 26th, 2012„Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle an einem Ort beieinander. Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen zerteilt, wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeden von ihnen, und sie wurden alle erfüllt von dem heiligen Geist und fingen an, zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen.“
(Apostelgeschichte, 2.1-4)
Die tanzenden Türme
Freitag, Mai 25th, 2012Die tanzenden Türme
Der Blick des Unbekannten streift
Über die Stadt mit ihrer schwarzen,
Im Industriedreck des Hafens
Versinkenden Flusslandschaft.
Unter ihm die mit Asbest und
Sozialem Elend verseuchten Mauern des
Ehemaligen Nuttenbunkers als
Obdach für unvorstellbare Armut.
Im Inneren der vermieteten Hölle werden
Zigaretten gegen Messerstiche und
Hunger gegen Totschlag eingetauscht.
Neben den stinkenden Inhalt entleerter Mägen
Scheissen nur mühsam
Von brasilianischen Transen gezähmte Kampfhunde
Ihren blutigen Kot unter die Briefkästen
Der Verdammten.
Aus den Lärm heraus brüllenden
Tanztempeln gegenüber torkeln
Betrunkene Partylöwen in die unendliche
Nacht.
Vor dem Armensilo ergiesst sich
Der größte Boulevard der Lust,
Lustiger Weise überfüllt mit einer Melange aus
Gewalt, Musik und Sex.
Neben den überquellenden Mülltonnen
Eines verkommenen Supermarktes verwesen
Die Reste eines Obdachlosen bei
Lebendigen Leibe.
Die süsslichen Ausdünstungen verstorbenen
Und lebenden Biomülls mit der
Speziellen Duftnote des Todes
Beherrschen den gesamten Laufsteg
Brünstiger Touristen,
Denen die mit Aids und Hepatitis
Geschmückten Ficklöcher
Geschäftsmäßiger LOVETOYS
Unbestimmbaren Geschlechts
Unter die gaffenden Visagen
Gehalten werden.
Am anderen Ende der Meile
Bietet sich dem Wankelmütigen auf dem Dach
Ein ungläubiges Bild:
Mit ungeheurer Geschwindigkeit wachsen zwei
Aneinander gekettete Türme
Tanzend in den Regen umflorten Himmel.
Die beiden reichen Brüder des
Vielstöckigen Armenhauses
Bieten den Gegenentwurf mit allen
Insignien der Herrschaft des Geldes
Und der Selbstmörder begreift:
Wer machtvoll sterben will,
Muss machtvoll gelebt haben.
Der Wert eines Menschen misst sich nicht
Im Ereignis des Todes sondern
Im Vermächtnis seines Lebens.
Einhundert Meter Luftlinie
Zwischen Ruhm und Ruin.
Ein Blick in die unwirtliche Tiefe
Erteilt dem angehenden Selbstmörder
Eine lebensrettende Lektion:
Die Strecke des finalen Sprunges
Ist zwar ausreichend,
Aber doch zu kurz, um
Das Bewusstsein vor dem Aufschlag
Ins Jenseits zu verlieren.
Regen und Nebel würden den dramatisch
Kurzen Flug ins Nirgendwo
Für kein Publikum der Welt
Sehenswerter machen.
Einzig die zerborstenen Gliedmassen
Sowie im Rinnsal der Gosse verteilte und
Nicht mehr zu definierende Innereien
Zögen am nächsten Morgen einen
Behördlichen Streit um die
Entsorgung des humanoiden Abfalls
Nach sich.
Und der lokale Sensationsreporter
Könnte noch nicht einmal mit einer
SCHLAGZEILE aufwarten.
Nichts ist banaler als der Tod
Eines Unbekannten.
© by Dadalus Uggla, 2012
Opera Electrique – Song for S.
Freitag, Mai 25th, 2012Gespeicherter Irrsinn
Freitag, Mai 25th, 2012Nutzloses Schnüfflerwissen
Freitag, Mai 25th, 2012Die Organspenden-Weisheit
Freitag, Mai 25th, 2012Keine Verwendung
Mittwoch, Mai 23rd, 2012Keine Verwendung
Herr U. hat sich wieder einmal dem spaßigen Unterfangen gewidmet, Auftrittsmöglichkeiten für die Künstler seines Labels zu akquirieren. Und so greift Herr U. zum Telefon und wählt die Nummer des Bürgerhauses eines (sehr) kleinen Ortes am Rande der großen Stadt.
Herr U.: Hier D.U., schön guten Tag Herr P. Wir hatten vor zwei Wochen telefoniert und ich hatte Ihnen Werbematerial unseres Labels zugeschickt. Nun wollte ich mal hören ob…
Herr P.: (unterbricht) Ja, habe ich bekommen. Wie Sie vielleicht schon gesehen haben, machen wir nur sehr ausgewählte Veranstaltungen in unserem Haus und können deshalb da nur Stars auftreten lassen, die auch schon international durch Funk und Fernsehen bekannt sind. Das hatte ich Ihnen glaube ich auch schon gemailt.
Herr U.: Nein, eine Mail habe ich von Ihnen bisher nicht bekommen, sonst hätte ich jetzt nicht angerufen.
Herr P.: Na ja, egal. Für irgendwelche drittklassigen Kunst-Fuzzis aus der Stadt haben wir da jedenfalls keine Verwendung.
Herr U.: (kurz sprachlos)
Herr P.: Sind Sie noch am Apparat?
Herr U.: Ähm, ja… Habe ich das jetzt richtig verstanden, dass Sie uns als drittklassige Kunst-Fuzzis bezeichnen?
Herr P.: Ja, war vielleicht jetzt bisschen übertrieben, aber Sie wissen ja was ich meine…
Herr U.: Ähm, nein, nicht so ganz… Reden wir jetzt über die selben Künstler?
Herr P.: Sie sind doch vom Label A.? Die mit den Tröten und dem BumBum?
Herr U.: Ja, Posaune und Live-Elektronik sagen wir dazu.
Herr P.: Na egal, mit so einem Zeug können wir da kein Risiko eingehen. Wir haben hier schliesslich ein sehr elitäres Publikum.
Herr U.: Gut, dass kann ich verstehen. Dann bedanke ich mich, das war sehr aufschlussreich.
Herr P.: Wiederhören. (legt auf)
Herr U.: Legt ebenfalls auf und ist wieder einmal sprachlos.
© by Dadalus Uggla, 2012
















