Archive for Januar, 2018

Neues vom Mond

Mittwoch, Januar 31st, 2018

Blutmond
Der Mann im Mond ist tot,
Vor langer Zeit gestorben.
Sein Blut war dunkelrot,
Man hat ihn nie geborgen.

(Dadalus Uggla, 2014)

Klassenfahrt

Montag, Januar 29th, 2018

Klassenfahrt – Oder was der Führer noch wusste
(Der fünfzehnjährige Enkel war auf Klassenfahrt in Berlin)

Opa: Was habt Ihr in Berlin gemacht?
Enkel: Wir waren im Wachsfigurenkabinett, auf dem Fernsehturm, sind Boot gefahren und wir waren im Bundestag.
Oma: (scherzhaft) Und hast du Frau Merkel getroffen?
Enkel: (ganz ernsthaft) Nein. Aber der Führer sagte uns, dass wir sie gerade verpasst hätten und sie sich tatsächlich ganz oft mit Besuchern fotografieren lässt.
Opa: Wer hat Euch das erzählt?
Enkel: Na, der Führer. Der im Bundestag.
Opa: Aha.
Ende

(Dadalus Uggla, 2018)

Coco Schumann, (1924-2017)

Montag, Januar 29th, 2018

Küste mit Trümmern

Donnerstag, Januar 25th, 2018

Küste mit Trümmern

(Eine Küste irgendwo)

Schlagende Wetter überfluten die

Modernde Marsch.

Vom Leichengift vergangener Zeiten

Verseuchter Strand beherbergt immer

Wieder neue Trümmerteile.

Aus den Tiefen des Ozeans angeschwemmt

Verteilen sie sich

Regelmäßig im Schlamm vor der

Küste des verfluchten Landes.

Wertloses Stückgut neben Teilen noch

Wertloserer menschlicher Fracht.

Namenlose ohne Gesichter

In den Kladden

Als durchgestrichene Zahlen

Vergessen in den Untiefen der Archive

Traditionsreicher Reedereien, deren

Folianten der christlichen Seefahrts-Geschichte

Höchstfalls noch einmal im Monat

Von Weben und Staub befreit werden.

Vergessene Geschichten aus noch längst nicht

Beendeten Zeiten

Zwischen Muscheln Krebsen und

Fingerknochen ehemaliger Leichtmatrosen.

WATTENMEER-TOURISTIK vom

Feinsten.

GEFUNDENER Tod im Schlick.

(© by Dadalus Uggla, 2012)

Teutanischer Koalitionsverhandlungsgedanke

Mittwoch, Januar 24th, 2018

In einem Land, in dem sich ein Planfeststellungsverfahren für eine barrierefreie S-Bahnstation schon mal über mehrere Jahrzehnte ergebnislos hinziehen kann, sollte man sich vielleicht besser keine Illusionen darüber machen, dass sich irgend etwas am bestehenden politischen System ändern könnte.

(Dadalus Uggla, 2017)

Hugh Masekela, (1939-2017)

Mittwoch, Januar 24th, 2018

Hugh Masekela

Die Schönheit der Nähe

Samstag, Januar 20th, 2018

Es nutzt nichts, sein Glück in der Ferne zu suchen, wenn man es schon vor der Haustür nicht findet.

(Dadalus Uggla, 2014)

Drei Fragen

Samstag, Januar 20th, 2018

Drei Fragen

(für E.A. Poe)

Der Geist materialisierte sich nur mühsam. Wabernd nahm er langsam die halbwegs manierliche Gestalt eines menschlichen Wesens an und ließ sich in einem meiner schweren Ledersessel nieder. Dann verlangte er sofort nach Whisky und Zigarren. Ein Connoisseur also.

Drei Fragen hätte ich frei, offenbarte mir der geheimnisvolle Gast, nachdem sich die Schwaden seines luftigen Leibes wohlig den Konturen des Sessels angepasst hatten.

Warum er ausgerechnet mich besuchte, entfuhr es meiner ungezügelten Neugierde natürlich sofort. Das sei keine Frage, die sich lohnen würde ernsthaft zu beantworten, entgegnete die Luftgestalt. Vielmehr sei es doch so, dass Geister alles dem Zufall überlassen und er so durch die Würfel des Schicksals an meine Person geraten sei. Ich sollte also noch einmal mit den Fragen beginnen.

So erkundigte ich mich nach kurzer Überlegung, weshalb es aber meiner Person überhaupt möglich war, ihn wahr zunehmen.

Diese Frage sei schon besser, lobte mich mein Gast. Nur wer im Leben schon Unglaubliches gesehen hatte, könnte auch an Unsichtbares glauben, klärte er mich auf.

Und ob es nun, wie es die Existenz meines Gastes nahe legte, tatsächlich ein Leben nach dem Tode geben würde, insistierte  ich weiter.

Das Schwierigste ist das Leben vor dem Tode, entgegnete der Geist verwundert. Schließlich sei die menschliche Lebensform die ja wohl komplizierteste Erfindung aller Zeiten. Dagegen sei das Leben nach Tod doch nur ein Kinderspiel.

Nach langem Nachdenken zielte meine letzte Frage nun auf den eigentlich Sinn des Lebens und wie man es schaffte, immer das Richtige zu tun.

Während der Geist sich langsam wieder in seine nichtsichtbaren atomaren Bestandteile auflöste, hatte er auch für meinen philosophischen Wissenshunger noch einen wichtigen Rat übrig:

Ob die Zukunftsplanung richtig sei ergäbe sich doch daraus, ob man guten Gewissens und ohne Reue auf seine Taten der Vergangenheit blicken könne. Wäre dies der Fall, würde es auch immerfort gelingen, die Gegenwart meisterlich zu beherrschen.

In den frühen Morgenstunden, fröstelnd in meinem Sessel erwachend, wusste ich zunächst nicht ob meine steifen Knochen nur von einem wunderlichen Traum heimgesucht worden waren. Das geleerte zweite Whiskyglas auf dem Beistelltisch und die Reste eines noch qualmenden Zigarrenstumpen im Aschenbecher deuteten jedoch darauf hin, dass es Dinge zwischen Himmel und Erde gibt, die wir erst noch lernen müssen zu begreifen.

© by Dadalus Uggla, 2012

(aus ‘Im Wendekreis des Jasagers’)

Kleines Opernquiz für Insider

Samstag, Januar 20th, 2018

Heute: Die Drachenfrage
Starb Fafner durch Siegfrieds Schwert
oder weil er sich über den Hornisten totgelacht hat?
Ende

Im Land des Luxus


Samstag, Januar 20th, 2018

Im Land des Luxus
Wohnen ist Luxus.
Heizen ist Luxus.
Strom ist Luxus.
Wasser ist Luxus.
Mobilität ist Luxus.
Ernährung ist Luxus.
Gesundheit ist Luxus.
Bildung ist Luxus.
Kultur ist Luxus.
Information ist Luxus.
Nur Arbeit ist weiterhin umsonst.

(Dadalus Uggla, 2014 / 2018)

Bingo!

Freitag, Januar 19th, 2018

Ab einem bestimmten Punkt verselbstständigt sich der legislative Wahnsinn so sehr, dass er als Normalität wahrgenommen wird.

(Dadalus Uggla, 2013)

Friederike

Freitag, Januar 19th, 2018

‘Man konnte ja nicht wissen, dass der Schnee so nass und schwer sein würde.’

(‘Wetterexperte’ im  öffentlich-rechtlichen TV)

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