Der Spatz

Der Spatz

Es wollte einst ein Spatz,

Ratzfatz,

Mal lernen, wie man singt.

Er dachte ernsthaft, dieses bringt

Ihm Ruhm und Ehre und viel Geld!

Doch wusste unser Held,

Nicht wirklich wie es sich verhält,

Mit dieser schrillen Künstlerwelt:

Man wird geduldet und beklatscht,

(Von Kritikern auch abgewatscht),

Ansonsten aber wird der ganzen Kunst

Erwiesen keine große Gunst!

Wer davon leben will,

Der muss ganz still,

So, wie ein armer Stenz,

Arg kämpfen um die nackte Existenz!

— — — —

Es kam so, wie es kommen muss!

Der Sperling sang an einem Fluss,

Dort saß an eines Baumes Fuß,

Ein Tier, das war kein Musikus.

Es traf die Tatze

Einer Katze

Unsres Sperlings kleinen Kopf

Und aus war’s mit dem armen Tropf.

Zu sagen, dies ist nicht vermessen:

Der Spatz, er wurde aufgefressen!

In der Natur ist’s wie im Leben:

Es wird genommen und gegeben.

Und die Moral von der Geschicht’:

Die Katzen mögen nicht nur Spatzen nicht,

Sie hören auch, das ist kein Tick,

Überhaupt niemals Musik!

(© by Dadalus Uggla, 2014)

aus: ‘Amselwetter’

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