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Zur Festspielzeit-Eröffnung

Mittwoch, Juli 25th, 2012

Die Walküre

Siegmund läuft durch düst’ren Wald.

Es ist schon dunkel und sehr kalt.

Auf der Lichtung trifft der Lütte,

Dann auf Hundings kleine Hütte.

Hunding lebt dort nicht alleine.

Sieglinde heisst des Hundings Kleine.

Siegmund hat sich gleich vergückt.

Was den Hunding nicht entzückt.

Und so spricht der Hausherr wild:

“Diese Nacht bin ich noch mild

Und du kannst heut’ schlafen hier,

Doch morgen dann erschlag ich dich, wie ein wildes Tier!”

 

Sieglinde mag den Siegmund sehr,

(Sie nennt ihn jetzt schon “Kuschelbär”!)

So zeigt ihm Hundings Fesche,

Nebenan mal eine Esche.

Dort im Stamm, da steckt ein Schwert,

Für einen Kampf ist das viel wert.

Der Siegmund zieht das Schwert heraus

Und ruft: “Nun schläft ein Held im Haus!”

Der Held macht unter einer Linde

Des Hundings Frau Sieglinde,

Ganz nebenbei mal noch ein Kinde.

 

Und so paart in Hundings Nest,

Ein Zwillingspaar sich zum Inzest.

Denn sie wissen nicht, was sie da tun,

Als sie liebend in einander ruh’n:

Siegmund und Sieglinder,

Sind beide Wotans Kinder!

 

Wotan führt mit der Brünhilde,

Einer andren Tochter was im Schilde.

Die Stärkste der Walküren,

Soll nämlich Hundings Schwerthand führen,

Um den Siegmund zu ermorden.

Beim Kampf an diesem Morgen.

Doch Brünhilde macht dem Wotan sehr,

Sein Götterleben schwer.

Sie sagt: “Ich bleibe heut im Bett,

Den Siegmund find’ ich nämlich nett!”

 

Am Morgen in der Früh,

Schlägt man sich (rum) in großer Müh,

Doch Wotan ist auf Hundings Seite,

Und verpasst dem Siegmund eine Breite.

Siegmund setzt sich tapfer zwar zu Wehr,

Doch dann erliegt er Wotans Speer.

Wotan ist vom Blut ganz rot,

Und so schlägt er gleich noch Hunding tot.

 

Die Walküren auf dem Felsenstein,

Reiten grade in den Tag hinein.

Da kommt zu seinen Wälsen,

Der Göttervater auf den Felsen.

Er rügt vor allem die Brünhilde

Und sagt: “Du kleine Wilde,

Das von gestern war nicht fein,

So wirst du ab jetzt menschlich sein.

Du wirst schlafen auf der Bahre,

Ganz viele lange Jahre,

Bis dass ein Held dich mal befreit.

Doch bis dahin ist noch sehr viel Zeit!”

 

Umgeben von viel Feuern,

Bewacht von Ungeheuern,

Schlief Brunhilde friedlich ein.

Siegfried wird es später sein,

Der die Dame freundlich weckt.

Womit er Wotan wieder neckt,

Der Wotan mag auch Siegfried nicht,

Doch das ist ein anderes Gedicht.

(© by Dadalus Uggla, 2010)

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